Linke Arbeit ganz umsonst?

„(…) Angemessene Bezahlungen auch für Szene-Arbeit zu fordern würde wahrscheinlich höchste Irritationen auslösen. Stellen wir uns vor, beim nächsten Plenum würde bei der Diskussion um die unterbesetzten VoKü-Tresenschichten eine_r fordern, für die Anwesenheit äquivalent zu seinem_ihrem Job nach Stunden bezahlt zu werden, weil sie_er sie sich unbezahlte Tresenarbeit nicht leisten kann. Eine solche Forderung würde mehreres bedeuten. (…)“

Dies ist ein Auszug auf dem Text von clararosa, den ich hier aufgrund seiner Wichtigkeit verlinkt wissen möchte. Click here and think about it <3 !

Zu einer (un)erwarteten homo- und transphoben Kritik – und: Warum das Video zu „Pro Homo“ fantastisch ist

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Auch hier bitte nicht vergessen: Es geht nicht um personenbezogenes Bashing. Persönliche verletzende Addressierungen vermeiden.
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Was für mich etwas Tolles an queeren Kontexten ist oder sein sollte, ist die Möglichkeit Kritik zu äußern und Kritik zu bekommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Gerade wenn es dann um mediale Ausarbeitungen wie Texte, Performances, Songs oder Filme geht, ist es für mich wichtig, nicht in einem Status von „Jetzt ist alles getan!“ zu verharren, sondern Kritik genauso wie auch Zuspruch zu äußern und mit an Diskussionen teilzunehmen. Es geht ja schließlich darum, sich in der selbst zu schaffenden Community wohlzufühlen und das auch anderen zu ermöglichen.
Zu einem von den angesprochenen medialen Produkten aus einer solchen Community zähle ich das Video zu Sookees und Tapetes „Pro Homo“, das diese Woche veröffentlicht wurde. Auch hier kann/muss/darf/soll Kritik geäußert werden, da personenbezogene Darstellungen beispielsweise auch immer personenbezogene Ausschlüsse produzieren. Entsprechend ist eine wichtige Kritik, dass das Video in der Darstellung der Figuren sehr weiß geprägt ist. Daneben sind größtenteils Figuren dargestellt, die in das hegemoniale Bild von schöner, gesunder Körperlichkeit passen. Dieses sind Kritiken, die ich in meinem Blogartikel nicht weiter thematisieren werde, allerdings damit keinesfalls als irrelevant darstellen möchte.
Weitere Kritiken, die direkt im Anschluss an die Veröffentlichung im Internet zu lesen waren, sollen jene sein, um die es im Folgenden geht: So sei die „klischeehafte“ Darstellung von nicht-heterosexuellen und nicht-cisgender Personen ein Problem an sich, da es klischeebeladene Vorstellungen von Trans*Personen, Schwulen und Lesben in der Gesellschaft erst verfestige. „Nicht alle Schwulen sind so“ heißt es und das soll man dann auch nicht so falsch darstellen durch die „schrillen“ Figuren im Videoclip. Ein weiterer Kritikpunkt ist, das Video und vor allen Dingen die Figuren seien in ihrer Selbstdarstellung nicht subversiv, ganz im Gegenteil, seien (ja, das ist ein alter Hut, aber er kommt immer wieder) Tunten „frauenverachtend“ und darüber hinaus seien die Figuren nicht authentisch, da sie „in ihrem Alltag vermutlich ganz normale Klamotten tragen“. Darüber hinaus würden durch diese Darstellungen homophobe Ressentiments bestärkt, da sie Leute als „andersartig“ darstellen und damit nichts weiter als „Andersartige“ blieben.

Klischee und Überzeichnung

Große Teile dieser Kritiken werden vielfach eigentlich von anderer Seite geäußert als jener, die sich selbst außerhalb heterosexuell dominierter Kontexte verortet, nämlich innerhalb hegemonialer homophober und transphober Wertungen. Darstellungen von Schwulen, Lesben und Trans*Personen werden immer wieder als übertrieben, zu laut, zu präsent dargestellt. Dies geht einher mit Abwertungen, die im Sinne heteronormativer Vorstellungen dagegen sprechen, solcherlei Repräsentationen zu gestatten. So wird beispielsweise unangepasstes Schwulsein mit Unmännlichkeit gleichgesetzt, als übersexualisiert moralisch kritisiert und damit als etwas Deviantes, „Andersartiges“ markiert, von dem man sich als „normales“ Mitglied der Gesellschaft abgrenzen kann/muss. Oder anders ausgedrückt: Diejenigen, die sich als „normal“ dünken wollen, spalten ihre Sehnsucht danach, selbst aus dem Rahmen zu fallen, sowie ihre Anteile, die eben aus dem heteronormativen Rahmen fallen, von sich selbst ab und projizieren sie in den imaginierten Schwulen (als Beispiel). An diesem wird gehasst, dass er – in der Projektion – die von sich selbst abgespaltenen Anteile und Bedürfnisse auslebt. Das ganze bleibt allerdings nicht in der Imagination stecken und bleibt auch kein Sprechakt ohne Wirkung, sondern äußert sich in konkreter Diskriminierung, Marginalisierung und Gewalt gegenüber Trans*Personen, Lesben, Schwulen, Bisexuellen und all jenen, die nicht in das herbeigesehnte Muster der „normalen“, „gesunden“, „anständigen“ und „natürlichen“ Person passen. Das ganze trifft man allerdings nicht nur bei Heterosexuellen an, sondern gerade auch bei LGBT-Personen selbst; was dann in Form von Abwertungen gegenüber anderen LGBTs daherkommt, die nicht in das ersehnte echt-männliche, echt-weibliche …. Bild passen, wie etwa schrille Tunten, Femmes, promiske Kampflesben oder schwule Trans*Männer.
Bereits in den 70er Jahren war es eine bedeutende Auseinandersetzung und Faktor für die Politisierung emanzipatorischer Schwulengruppen, sich mit schwulem Selbsthass und der damit einhergehenden Ausgrenzung und Abwertung anderer Schwuler auseinanderzusetzen und sich gegen diese Dynamik zu wenden. Entsprechend auch die Kritik aus Trans*-Kontexten, die wie etwa durch Leslie Feinberg davon ausgeht, dass die Abwertung eines Geschlechtsausdrucks als „übertrieben“ oder „nicht richtig“ heteronormative Gewaltverhältnisse bestätigt und auf transphobe Weise die geschlechtliche Selbstbestimmung von Menschen gewaltsam einzuschränken sucht. So als hätte es solche Kritiken niemals gegeben, werden nun Selbstdarstellungen wieder als „zu“ übertrieben und „zu“ klischeehaft und nicht authentisch genug bewertet.
Diese Forderung, die beispielsweise auch gegenüber CSDs immer wieder vor allen Dingen von ich sage mal böse anpassungswilligen Schwulen und Lesben geäußert wird, die Paraden sollen doch bitte nicht so schrill und so laut sein und doch auch mal die „ganz normalen“ Schwulen und Lesben zeigen, stellt in meinen Augen den Wunsch dar, im Grunde „normal“ wie die Heten, unsichtbar und am Ende nicht mehr schwul und lesbisch zu sein. Über die sehr ähnliche grundlegende Intention dieser Forderungen/Kritiken aus unterschiedlichen Kontexten hilft dann auch der Zusatz nicht hinweg, dass wir doch durch „queer“ solche Identitätskonstrukte überwinden sollten. Neben dem Umstand, dass für mich queer nicht bedeutet, Diskriminierungsformen und meinen Bezug dazu als Schwuler einfach zu verdrängen, kann auch der Wunsch, in „queer“ aufzugehen oder sich aufzulösen, damit man nicht mehr schwul/lesbisch/trans* sein muss, als eine Form der homophoben Selbstnegierung betrachtet werden sowie als ein Aberkennen, sich mit der eigenen Situation wohl zu fühlen.
Sookees und Tapetes Video zu „Pro Homo“ beinhaltet nun Figuren, die offensichtlich – und für einige scheinbar mal wieder zu offensichtlich – nicht in das Bild von Nicht-Heterosexuellen und Nicht-Cisgendern passen, das nach heteronormativen Vorstellungen gewünscht ist. Und dabei fühlen sie sich auch noch wohl! Sie passen nicht in das Bild des geplagten, leidenden Queers oder den fast-heterosexuellen und eben nur „ein bisschen anders gepolten“ Mitbürger_innen. Die Figuren feiern sich und bieten eine Perspektive, vielen anderen aber/und vor allem auch sich selbst.
Ein Einwand hierzu ist, dass genau diese Darstellung nicht-heterosexueller und nicht-cisgender Personen zu einem dominant heterosexuellen Bedürfnis passe, da es erst den Boden für homo- und transphobe Klischees und Ressentiments böte. Allerdings ist dies meiner Ansicht nach nur scheinbar der Fall. Wie bereits erwähnt braucht es für den gesellschaftlich verankerten Hass auf Tunten, Butches, Femmes und Trans*Personen keine manifesten Personen. Die angestellen Projektion und damit einhergehenden Abwertungen reichen für sich alleine aus. Nicht umsonst sind die ständigen Mutmaßungen und Herführungen solcher Ressentiments reichlich absurd und fußen auf einem mehr als wackeligen Boden.
Anstatt sich also solchen Abwertungen zu fügen und sie selbst zu äußern, sich äußerlich anzupassen, sind in „Pro Homo“ feiernde Figuren dargestellt, die nicht davor zurückschrecken, sich in die homophob geprägten Settings der inszenierten Wohnzimmer zu beamen. Die Sichtbarkeit von Freude über sich selbst, gerade durch Figuren/Personen, die im Mainstream vielfach Marginalisierungen ausgesetzt sind, ist dabei durchaus als politisch zu betrachten. Emanzipation geschieht nicht zuletzt durch Empowerment, durch positive Lebensentwürfe und Selbstdarstellungen von Personen, denen – sofern sie sich nicht als zu genüge anpassungswillig zeigen – von heteronormativen Wertungen und Strukturen ein solcher freudiger Selbstbezug versucht wird, unmöglich zu machen oder ihn als unmöglich zu behaupten.
Gerade aus queerer Ecke finde ich es erstaunlich, dass dann solche Kritiken geäußert werden, die sich gegen einen frivolen narzisstischen Selbstbezug innerhalb einer Gesellschaft richten, die einen solchen zu verbieten sucht, und in ihrer Hartnäckigkeit ignorant gegenüber angesprochenen Formen von Homo- und Transphobie verhalten. So wurde etwa davon gesprochen, dass es „einfach nur gaga“ sei, „sich ne Federboa umzuhängen und sich wie ein Clown zu schminken, um für ein Video-Take mal kurz ne Tunte zu spielen.“ Zunächst einmal möchte ich die betreffende Person herzlich in meinen Zirkus einladen, gerne gebe ich Schminktipps. Was ich an dieser Kritik höchst problematisch finde, ist die normative Vorstellung von Echtheit und Authentizität, die dabei ganz nebenbei noch damit ausgeschmückt wird, Tunten seien frauenfeindlich, da sie bestimmte Formen von Weiblichkeit imitierten: Es wird angenommen, dass „das Frauenbild, dem Tunten nacheifern, so extrem überzeichnet und konservativ ist, dass bell hooks darin sogar einen Akt der Frauenfeindlichkeit erkennen wollte.“ Entsprechend erschließt sich dann auch die Annahme, hier seien Leute kurz in eine Rolle geschlüpft um im Alltag dann „normal“ auszusehen.
Hier muss die Frage erlaubt sein: Mit welcher Berechtigung werden Personen als „nicht echt“ oder nicht genug authentisch in ihrer Geschlechtlichkeit bezeichnet? In meinen Augen handelt es sich hier um ein eindeutig transphobes Moment. Das Problem liegt dabei wohl eher in der Person, die einer anderen unterstellt, ihr Auftreten sei eine Imitation, sie sei nicht authentisch genug; so authentisch wie sie selbst etwa gerne sein würde? Ab wann ist man eine echte Tunte, eine echte Trans*Person, ein echter Schwuler? Nur dann, wenn man einer bestimmten normierten Identitätsform oder einem bestimmten normierten Aussehen jeden Tag, immer, in jeder Situation und in jedem Kontext entspricht? Ich denke doch nicht, zumal ich die Frage nach Authentizität anmaßend und ganz allgemein unangebracht finde.
In Bezug auf den Vorwurf der Imitation möchte ich als Tunte sagen: Eine Tunte ist eine Tunte ist eine Tunte ist eine Tunte. Und sie ist keine Imitation in Form einer hier imaginierten unechten Kopie! Ohne zu moralisch zu werden, möchte ich noch behaupten, dass die Erfahrung, im öffentlichen Raum mit TransPhobie konfrontiert zu werden, den Blickwinkel mit formt und die Behauptung, hier würde nur ein „Spielen mit Klischees“ vorliegen, als recht verkürzt daherkommen lässt, da offensichtlich eine Verwirrung angenommener heteronormativer Ordnungen vorliegt, die eben kein Spiel mehr ist, wenn es darum geht, dass man sich nicht anpassen kann/will und dadurch einer ganz konkreten Gefahr ausgesetzt ist.
Von der Vorstellung der Imitation kann außerdem nur ausgehen, wer auf der Idee von zwei und ausschließlich zwei Geschlechtern beharrt. Erst nach dieser Annahme ist es möglich, davon zu sprechen, eine Tunte würde grundsätzlich eine Frau kopieren. Es sei hier nur am Rande erwähnt, dass die Annahme, Tunten seien frauenfeindlich weil sie eine bestimmte Form von Weiblichkeit durch Imitation reproduzierten, selbst ein sexistisches Bild von dem, was „gute“, „anerkennenswerte“ oder gar „subversive“ Weiblichkeit auszumachen hat impliziert.

Subversion und positiver Selbstbezug

Ich möchte noch einmal zu dem Punkt zurückkehren, die Darstellung im Video sei nicht subversiv, weil „sich die Leute für ein Video zum Thema Homosexualität Glitter und Federboa umhängen, weil sie das für subversiv halten, aber in ihrem Alltag vermutlich ganz normale Klamotten tragen.“ Neben dem erläuterten trans- und homophob verletzenden Gehalt dieser Rede sei darauf hingewiesen, dass es eine schwierige Annahme ist, davon auszugehen, dass bestimmte Bilder subversiv sind und andere nicht. Eine subversive Wirkung kann hervorgerufen, wenn sich Personen durch eine nicht-normative Darstellung irritiert fühlen. Oder eben auch dadurch, dass sich Personen selbst feiern, für die es nach heteronormativen Mustern nicht vorgesehen ist, sich selbst zu feiern (und dabei dargestellt werden) sowie solche Personen/Figuren als Idenfikationfiguren finden.
Neben der Behauptung, hier sei clownesker Karneval dargestellt, der jede „Echtheit“ vermissen lasse sowie der bloßen Vermutung, die dargestellten Figuren würden sich „für subersiv halten“, fällt der hier dargestellte kritisierende Blick auf die Figuren nach heteronormativem Vorbild in Form eines verächtlichen Blickes auf die positiven, erfreulichen (Selbst)Darstellungen und versucht, einem positiven Selbstbezug seine Legitimation abzusprechen, der ja so unglaublich frecherweise auch noch die eigene/n Identität/en veräußerlicht (Hilfe, sie ist lesbisch, zeigt das und findet das gut!?). Zusätzlich problematisch ist dieser Blick, da er in einem gesamtgesellschaftlichen Rahmen stattfindet, der genau dieser Sichtweise auf bestimmte als deviant markierte Identitäten/Selbstdarstellungen produziert und forciert.
Entsprechend kann auch der Vorwurf, die Figuren würden durch ihre „Andersartigkeit“ erst Ressentiments gegenüber „Andersartigen“ aufrechterhalten als ein bestätigendes Moment für Heteronormativität bewertet werden. Wer die dargestellten Figuren als „andersartig“ bezeichnet und ihre Darstellung vermeiden will, weil sie doch nur Homophobie und Transphobie hervorbringen und bestätigen, markiert die Figuren selbst erst als „andersartig“ und vergisst dabei, dass Homo- und Transphobie eben auch und vielleicht noch besser ohne solche Repräsentationen auskommt.

No Homo? Pro Homo!

Gerade weil Homo- und Transphobie so tief in der hiesigen Gesellschaft verankert ist: Solange (ich getraue mir das solidarische) wir als Trans*Personen, Schwule und Lesben Diskriminierungen, Marginalisierungen und Gewalt erfahren, muss Homo- und Transphobie als solche benannt werden und müssen Gegenentwürfe geboten werden.
Wie eingangs erwähnt ist jedes mediale Produkt kritikwürdig. Gleichzeitig sollte in meinen Augen nicht vergessen werden, zumindest grundlegende eigene homo- und transphobe Ressentiments zu überdenken, bevor losposaunt wird. Das Musikvideo sowie das Lied und seine Lyrics sind auch innerhalb eines Hip Hop-Kontextes zu verorten, in dem ein zutiefst schwulenfeindlicher Diskurs verankert ist und sich gerade auch in der Aussage „nohomo“ äußert. Das Lied versucht innerhalb seiner Form als Lied den gesellschaftlichen Bezug mitzudenken, der Clip mitsamt Darsteller_innen, Sänger_innen und Crew richtet sich eindeutig gegen homo- und transphobe Diskriminierung. Dies sollte dem Lied und dem Engagement in meinen Augen angerechnet werden, so auch, dass nicht zuletzt Sookee sich seit langem innerhalb eines männerdominierten Genres behauptet und Stellung bezieht.

Pro Homo!

Die zitierten Blogeinträge und Kommentare enthalten unter anderem positive Bezüge auf und konkrete homophob diskriminierende Aussagen. Sie sind aus Brennessels Blogeintrag sowie aus den Kommentaren zum Video auf YouTube.

Pro Homo!

Zum Beispiel kann Pro Homo in sehr vielen Situationen gebraucht werden. Etwa:
Schätzchen, heute fummeln wir uns auf. prohomo!
Achgöttin bist du aber süß prohomo!
Fantastisch! prohomo.

Nachruf/Diskussionsbeitrag zu den Ereignissen während der Wahl zur Miss Schokoladen am 25.04. – und ein Plädoyer zum solidarischen Umgang innerhalb queerer Kontexte


Auf Namensnennung habe ich bewusst verzichtet; es soll nicht darum gehen, Menschen in dieser Form auf einem öffentlichen Blog an den Pranger zu stellen. Das erwarte ich auch von anderen Auseinandersetzungen damit.

Während der Wahl zur Miss Schokoladen kam es zu einem rassistischen Spruch auf der Bühne. Was ich darstellen möchte ist die Gefahr einer Kritik von zwei beteiligten Seiten, die implizit denselben verkürzten Schluss ziehen, eine „rassistische Äußerung“ bedeute, dass die betreffende Person durch die geäußerte Kritik grundsätzlich und ausschließlich zur_zum „Rassisten_Rassistin“ gemacht wird beziehungsweise bereits ist.

Was warn los?

Nach einer recht langen Zugfahrt entschloss ich mich dann doch noch, Abends zur Miss Schokoladen Wahl zu gehen um mich bei einem Sektchen an dem Contest zu verlustieren. Wie das nun mal so ist, landete ich plötzlich in der Jury gemeinsam mit zwei Tunten-Urgesteinen sowie zwei Moderetten, die ich allesamt für ihr tuntisches Engagement seit langem sehr bewundere. Da saß ich also schüchtern, huschig und beglückt in der Jury.
Bereits in der ersten halben Stunde machte dann eine der beiden Moderator_innen einen als „Scherz“ daherkommenden rassistischen Kommentar bezüglich der Hautfarbe einer der Kandidat_innen. Es kam zu Protest aus dem Publikum mit der Forderung, die Moderatorin solle die Bühne verlassen. Das geschah dann auch und die Moderation wurde ersetzt. Ich hätte an dieser Stelle wohl etwas sagen sollen, war allerdings nicht imstande.
In der Jury-Besprechung dann, wer zu küren sei, sagte ich, dass ich den rassistischen Kommentar völlig daneben fand und, dass ich das noch anmerken möchte. Die knappe Diskussion verlief dann eher ins Leere.
Nun gut, nach einiger Zeit nahm sich ein_e Zuschauer_in das Jurymikrofon und äußerte nochmals vehement Kritik an der rassistischen Äußerung. Eine Moderatorin nickte und sagte, sie könne das verstehen, während die andere ablehnend reagierte. Ein Jurymitglied nahm das Mikrofon und meinte, dass sie diese Kritik als unangebracht empfände, da die Moderatorin sicherlich keine Rassistin sei, da sie („wir“) schon lange gemeinsam arbeiten. Außerdem könne dann ja überhaupt kein Witz mehr gemacht werden, Humor sei schließlich da um zu überspitzen. Es kam zu Tumult und einige Besucher_innen verließen den Schokoladen lautstark mit dem Ausruf „Ihr seid eine scheiss weiße Veranstaltung!“ Im Publikum waren unterschiedliche Ansichten zu vernehmen, die ich aber akustisch einfach nicht gut genug verstanden habe um sie wiederzugeben.
Die Moderette, die bereits zuvor Verständnis zeigte, versuchte das Wort zu ergreifen, was nicht so recht funktionieren wollte und sagte, dass sie diese Auseinandersetzung wichtig fände und den Ärger sehr gut verstehen könne. Die andere Moderatorin fiel ihr daraufhin ins Wort, wurde laut und äußerte ihren Unmut darüber, dass das Verhalten der Kritiker_innen selbst „grenzwertig“ sei. Zynisch meinte sie noch, „Wir wollen nun politisch korrekt sein!“
Später endete die Show nochmal mit dem Hinweis einer Moderatorin, dass es jetzt wichtig sei, eine Auseinandersetzung über den Vorfall zu haben und auch zu thematisieren, wo „Scherze“ aufhören, „bloße“ Scherze zu sein und zu Diskriminierung werden.

Rassistische „Witze“ und Rassist_innen

Zunächst ist für mich ganz klar, dass der als Scherz verpackte rassistische Kommentar völlig deplatziert war, Kritik daran innerhalb queerer Kontexte wichtig und unumgänglich ist und die Entscheidung der Moderatorin, von der Bühne zu gehen, dann doch ganz angebracht war. Was die ganze Sache noch problematischer gemacht hat, war allerdings die Haltung der Ersatz-Moderatorin sowie des Jurymitglieds. Sie versuchten unglaublich angestrengt, die Kritik als nichtig und unangebracht an sich abprallen zu lassen. Was hier offensichtlich nicht verstanden wurde, war der Umstand, dass es sich um eine Kritik an rassistischem Sprachgebrauch handelte und nicht um die bösartige Denunziation unzurechnungsfähiger Besucher_innen.
In der Aussage, dass dann ja überhaupt keine Witze mehr gemacht werden dürften sowie dem darauf folgenden recht arroganten und herablassenden „Ihr kennt uns ja gar nicht! Wir sind schon viel länger im Geschäft!“ (sinngemäße Paraphrase), steckte dann zusätzlich eine typische Abwehrreaktion auf Vorwürfe bezüglich diskriminierender Sprechakte. Großartige Beispiele für solche Reaktionen in Bezug auf Sexismus können übrigens in den Kommentaren zu meinem Artikel zu sexistischen und homophoben Äußerungen in KIZ-Texten bestaunt werden. Die Kritik wird dann nicht mehr wahrgenommen, es war ja nur ein Scherz, außerdem „sind wir ja keine Rassist_innen“. Anstatt sich also damit auseinanderzusetzen, wie Sprache verletzen kann und wie gerade im deutschen Sprachgebrauch Rassismen keine Seltenheit sind, anstatt also dem Versuch einer Sensibilisierung nachzugehen, setzt man sich einfach nicht damit auseinander und erklärt die Kritiker_innen als übertrieben politisch korrekt.
Ich möchte dem Jurymitglied sowie der Moderatorin und ihrem Ersatz tatsächlich unterstellen, dass sie in ihrem Aktivismus auch gegen Rassismus arbeiten und sich entsprechend positionieren. Allerdings schien es für mich so, als seien sie womöglich in irgendwelchen Diskursen stecken geblieben, in denen es nur nötig ist sich als „nicht rassistisch“ zu labeln und damit auch ein rassistischer „Witz“, der von solch einer „nicht rassistischen“ Person ausgesprochen wird, per se nicht rassistisch sein kann. Und auch die Theorie, ein Witz und eine Parodie könnten nicht kritisiert werden, weil sie ja im Komischen verharren, kann in meinen Augen mal ganz universalistisch als widerlegt angesehen werden. Wie auch schon in Bezug auf KIZ möchte ich hier betonen, dass bereits Sigmund Freund (namedropping) herausgearbeitet hat, dass Witze nicht im kontextlosen Raum stehen, sondern sich immer auch auf gesellschaftliche Verhältnisse beziehen. Ohne eine diskriminierte Person kann kein Scherz über diese Diskriminierung getätigt werden. Vielmehr verweist das Witzemachen und Lachen darüber auf die sich selbst verbotene aber unbewusst vorhandene Lust, diese Diskriminierung selbst zu tätigen, was sich – im Heute gesprochen – außerhalb witziger oder scherzhafter Sprache nur solche erlauben, die der Selbstbezeichnung „Rassist_in“ dann nicht mehr so distanziert gegenüber stehen.
Wenn also jemand meint, man könne keine Witze mehr machen, wenn man keine rassistischen „Witze“ mehr machen dürfe, dann sollte diese Person wirklich lieber gar keine Witze mehr machen…
In Bezug auf die Äußerung, „wir sind keine Rassist_innen“ ist es mir wichtig zu betonen, dass durch die Kritik an rassistischen Äußerungen keine personenbezogene Essentialisierung gemeint ist (gemeint sein sollte), die darauf abzielt, Personen als einzig und ausschließlich rassistisch abzuurteilen. Wie gesagt ist der Schluss fatal, Kritiker_innen diesen Kurzschluss zu unterstellen, da die eigentliche Kritik dadurch in den Hintergrund rückt und sich das auf die eigentliche rassistische Äußerung in meinen Augen noch bestärkend auswirkt.

Queere Solidarität und solidarische Kritik

Bereits während des Tumults als auch nun im Nachhinein habe ich Reaktionen von Kritiker_innen mitbekommen, die mich aufhorchen ließen, da der komplette Ausschluss der Moderator_innen sowie des Jurymitglieds aus queeren Veranstaltungen und Kontexten gefordert wurde. Sie seien Rassist_innen und der Schokoladen müsse sich Gedanken machen. Was mich da aufhorchen lässt ist der in meinen Augen dahinter liegende Gedanke, die betreffenden Personen sollten abgestraft werden und Buße tun. Die christliche Wortwahl ist beabsichtigt, da ich (hoffentlich) im Sinne einer Schwester anführen möchte, dass religiöse Gedanken von Abbitte und Buße innerhalb politischer Kontexte ins Leere führen. Vielmehr führen sie zu einem Umgehen/Vermeiden von Konflikten und der Auseinandersetzung damit. Für diese Auseinandersetzung ist es darüber hinaus in meinen Augen bedeutend, dass sie solidarisch verlaufen, also klar und deutlich aber respektvoll mit dem Bewusstsein, innerhalb queerer Kontexte gemeinsam zu kämpfen/arbeiten/… Auf bloße Buße-Entschuldigungen und Forderungen danach habe ich persönlich demnach schlichtweg keine Lust und stelle ihre Sinnhaftigkeit vehement in Frage.
Die Reaktion, die Veranstaltung zu verlassen soll hier keinesfalls als ungerechtfertigt dargestellt werden. Da schließe ich mich einfach der Moderette an, dass sie es nachvollziehen kann. Gleichfalls schließe ich mich ihr aber auch darin an, dass eine Auseinandersetzung nötig ist. Der Ausruf „Ihr seid eine scheiss weiße Veranstaltung“ sowie die Nicht-Beachtung der Stimmen, die sich zusätzlich noch gegen den rassistischen Kommentar gerichtet hatten, geht für mich allerdings an einer solidarischen Kritik vorbei. Unter solidarischer Kritik verstehe ich eine, die nicht zum Ziel hat, zu denunzieren oder kritisierte Personen/Gruppen aus eigenen Kontexten auszuschließen und abzustrafen. Vielmehr sehe ich darin das Potential, Situationen und Sachverhalte zu verhandeln und gemeinsam zu verändern, sich die eigene Community zu schaffen.
Weshalb aber „solidarisch“ sein mit Rassist_innen? Die angesprochenen Moderator_innen und das Jurymitglied sind nach meiner Definition wie angesprochen selbst politisch in queeren Kontexten aktiv und sind Bestandteil einer emanzipatorischen trans*lesbischwulen und queeren Bewegung und Community. Es handelt sich hier nicht um Faschos oder konservative Trottel, sondern um Schwestern/Mitstreiter_innen/Genoss_innen/… . Demnach ist für mich ein Austausch nötig anstatt der Forderung nach Ausschlüssen und der bloßen Forderung nach Entschuldigungen. Diese Entschuldigungen können mir wie gesagt gestohlen bleiben, da sie am Ende nichts bewirken, außer die Befriedigung christlicher Moralbedürfnisse.
Die Aussage, es handele sich um eine „scheiss weiße Veranstaltung“, hat sicher einige Berechtigung. Genauso muss betont werden, dass die „Auseinandersetzung“ dementsprechend sehr „weiß“ war, auch im Sinne von ermächtigend. Es kamen keine Positionierungen zum Tragen, über Rassismus wurde nur als etwas gesprochen, das es abzustrafen gilt oder nicht; von „beiden“ Seiten.
Das Stimme-Ergreifen von Positionen, die die Kritik befürworteten, wurde nicht wahrgenommen. Auch in der nun vonstatten gehenden Kritik nicht. Ich behaupte mal ganz kühn, dass das auch damit etwas zu tun hat, dass dies am Sprachgebrauch lag, der innerhalb linker Kontexte nicht als eloquent oder „angemessen“ betrachtet wird. Damit meine ich nicht rassistische Sprache, sondern das Ausdrücken von Solidarität oder Kritik, die kein explizit linkes/queeres/akademisches Vokabular gebraucht. Zusätzlich traue ich mich zu behaupten, dass niemand in einer solchen Situation dazu gebracht werden kann, „angemessen“ zu reagieren. Wie sieht so eine angemessene Reaktion aus? Hat jede Person immer die Kapazität auf diskriminierende Äußerungen adäquat zu reagieren?
Die Veranstalter_innen, so mein Kenntnisstand, möchten unbedingt eine Auseinandersetzung mit möglichst allen Beteiligten. Das ist in meinen Augen auch angebracht. Der rassistische Spruch sollte nicht ignoriert werden. Gleichzeitig muss er als Sprechakt verstanden und als solcher gekennzeichnet werden. Es sollte in diesem Fall nicht darum gehen, Personen aus queeren Zusammenhängen auszuschließen, sondern sich mit der Situation und dem Vorfall auseinanderzusetzen. Fahle politische Korrektheit wäre, „Schuldige“ zu suchen und diese inquisitorisch abzustrafen, so dass man sich selbst gut und „antirassistisch“ dünken kann. Genauso wie es unabdingbar ist, eine Kritik am eigenen rassistischen Handeln anzunehmen, ist auch die Formulierung der Kritik als solidarische Kritik innerhalb entsprechender Kontexte von großer Bedeutung.
In diesem Sinne stelle ich meinen Beitrag zur Diskussion.

Schwule und ihr fortwährender Selbsthass – Pamphlet einer aufgebrachten Tunte

Es ist schön, sich selbst wiederzufinden. Auch wenn es in Form eines kurzen Artikelchens vom April 2010 ist, an dem tunt sich gar nicht mehr erinnern konnte. Juhu! Ich weiß nicht, ob ich alles noch so schreiben würde, aber darum gehts ja nich. Also habe ich ihn gleich mal hier reingesetzt aufn Blog. Ich hatte ihn im Zuge eines Vortrags in Wien für die „unique“ verfasst. Link zur digitalen Quelle hier klicken.

    Schwule und ihr fortwährender Selbsthass
    – Pamphlet einer aufgebrachten Tunte

„Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie noch spießiger zu werden, um ihr Schuld­gefühl abzutragen – mit einem Übermaß an bür­gerlichen Tugenden. Sie sind politisch passiv und verhalten sich konservativ als Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden. Schwule schämen sich ihrer Veranlagung, denn man hat ihnen in jahrhundertelanger christlicher Erziehung eingeprägt, was für Säue sie sind.
(…)
Die Mehrzahl der Homosexuellen gleicht dem Typ des unauffälligen Sohnes aus gutem Hause, der den größten Wert darauf legt, männlich zu erscheinen. Sein größter Feind ist die auffällige Tunte. Tunten sind nicht so verlogen wie der spießige Schwule. Tunten übertreiben ihre schwu­len Eigenschaften und machen sich über sie lustig. Sie stellen damit die Normen unserer Gesellschaft in Frage und zeigen, was es bedeu­tet, schwul zu sein.“1

Bereits 1971 machte Rosa von Praunheim, selbst ernannter berühmtester schwuler Filmemacher und Homosexuellenaktivist, diese Beobachtungen: Obwohl der Paragraph 1752 noch existierte (wenn auch in abgeschwächter Form), waren die homo­sexuellen Männer uneinig darüber, ob „noch mehr“ verändert werden solle. Was hat denn bitte Schwul­sein mit Politik zu tun?!

Ermüdende Hetenherrschaft

Nachdem dank einiger feministischer Tunten zu Beginn der 1970er Jahre so etwas wie eine poli­tische Schwulenbewegung in der BRD entstan­den und bis Anfang der 1990er Jahre aktiv geblie­ben war, scheinen die Schwulen heute wieder an einem Punkt angekommen zu sein, an dem sie außer Lady Gaga, Rayban-Brillen und Fitness­studios nicht sehr viel mehr interessiert. Schwu­le haben sich alle erdenklichen sexuellen Frei­heiten genommen, von denen spießige Heten nur träumen können. Doch nutzen sie diese nicht, um für etwas Schwuleres zu kämpfen und die ermüdende Langeweile der Hetenherrschaft zu durchbrechen. Sie pappen scheinbar unendlich am heterosexuellen Über-Ich fest und erscheinen als zwar knallbunter, aber doch billiger3 Abklatsch der normalen Ehe und des patriarchalen Verhält­nisses zwischen Mann und Frau.

War „Come out!“ eine der Losungen der Polit-Tucken, so scheinen die Schwulen ihren Mitper­versen heute geradezu „GET BACK!“ entgegen­zubrüllen. Anstatt Solidarität unter Schwulen – nicht zu sprechen von LGBTI4 – zu kultivieren, wähnt mann sich in einer modernen, freien und vor allen Dingen toleranten Gesellschaft, die es – ja, meine Lieben – nicht gibt. Solidarität scheint, neben Geschichtsbewusstsein, in der aktuellen Schwulenszene leider ebenso ein Fremdwort zu sein wie Milva. Viel widerlicher ist dabei meines Erachtens allerdings der Umstand, dass es nicht bloß keinen Schwulen juckt, dass viele Schwule alltäglicher Diskriminierung und Gewalterfahrungen ausgesetzt sind; es scheint ihnen – und das mag einigen zu schnippisch sein – gerade Recht, dass die schnöden anderen Homos was aufs Dach bekommen. So weit ist der schwule Selbsthass unter den sehr emanzipierten Schwulen, die alles, aber bloß keine Tunten, keine (Freunde von) HIV-Positiven, keine Arschficker und keine Arschge­fickten, keine Fetten, keine Transen, keine Spin­ner, keine Sadomasochisten und einfach keine Schwulen sein wollen.

Schwulsein ist politisch

Die Tunte erinnert den Schwulen an seinen ver­drängten Wunsch, ebenfalls vermeintlich „weib­liche“ Anteile seiner selbst auszuleben, unkon­trolliert sexuell zu sein, sich bedienen zu lassen, Dekadenz und Narzissmus bewusst zu feiern. Sie hat sich – wenn auch nur in der Projektion – die (sexuellen) Freiheiten genommen, welche die meisten Schwulen, um sich anzupassen, nicht in Anspruch nehmen. Die Tunte ist sichtbar auf der Straße, sie übertreibt gar ihre schwulen Eigen­schaften, sie zeigt der Welt, dass wir hier sind – und das nicht auf die angenehme Art. Wir stören. Wir stöckeln. Wir fummeln auf. Wir sind schön, weil wir schäbig und mondän zugleich sein können. Wir sind politisch. Wir sind die Tunten, die ein Bewusstsein von schwuler Geschichte besitzen. Um eine Welt zu schaffen, in der wir ohne Angst verschieden stöckeln können, müssen wir Solidarität unter Schwestern zeigen! Schwulsein ist poli­tisch und genau das muss genutzt werden. Schlagt zwei Fummel mit einem Stöckel: Verändert etwas und seid sexuell Befreite zugleich! Lasst euren schwulen Selbsthass im Schrank! So lange wir als Schwule diskreditiert und vielfach wie Schweine behandelt werden, müssen wir mit diesem Begriff der „Schwulen“ kämpfen! Verkriecht euch nicht im Gay Chat! Raus aus der Dunkelheit! Schwu­le – raus aus den Chats! Rein in die Straßen!

Ausgabe: 10/04

  1. Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Regie: Rosa von Praun­heim. Erscheinungsjahr 1971, 67 Minuten, Deutsch­land. [zurück]
  2. Der § 175 stellte in Deutschland bis 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Bis 1969 bestrafte er auch die „widernatürliche Unzucht mit Tieren“. [zurück]
  3. … und zwar nicht im schönen Sinne des Wortes (wie „Wow, geiler Billig-Fummel“ oder „Göttin! Ich liebe diesen Billig-Prosecco!“). [zurück]
  4. Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*, Intersexual [zurück]